Luftfeuchtigkeit 2 – Keller

Kellerlüftung – wie macht man es richtig?

Meßgeräte helfen die absolute Feuchtigkeit von innen und außen zu vergleichen

Keller nachts zu lüften, ist nicht immer die richtige Handlungsanweisung. Dies habe ich in meinem Blogbeitrag zur Kellerlüftung dargelegt. Doch wie macht man es denn nun richtig? Was man braucht ist ein Vergleich der absoluten Feuchte in der Luft. Diese absolute Feuchtigkeit in der Luft muss außen geringer sein als im Keller, um die Luftfeuchtigkeit im Keller zu verringern. Die tatsächliche Temperatur der Luft ist dabei nicht entscheidend. Wenn man nun außen und innen eine Luftfeuchtemessgerät mit Temperaturangabe aufstellt, so hätte man die notwendigen Angaben, aus denen man die absolute Feuchtigkeit der Luft innen und außen berechnen kann. Doch das ist mehr als unpraktisch, da die wenigsten Menschen Zeit und Lust haben, jedesmal die Werte auszurechnen, bevor die Fenster geöffnet wird. Schön wäre es also, wenn es ein Gerät gäbe, das dies übernimmt und klare Handlungsanweisung wie Fenster auf, zu oder egal an den Nutzer geben würde. Ich habe lange gesucht und nichts gefunden. Bei meiner letzten Fortbildung zum Thema Schimmelpilz in Wohnräumen wurde dann in einem Nebensatz das Gerät vorgestellt, das all dies kann. Kostenpunkt: um die 30 €

Auch wenn ich in meinem Blog normalerweise keine konkreten Produkte bewerbe oder vorstelle, so muss ich diesmal eine Ausnahme machen, da es meines Wissens nach nur ein einziges Gerät zu diesem Preis gibt, das dies kann: Das Bel Air von der Firma TFA.

Eine ausführliche Betriebsanleitung gibt es hier. Da ich so begeistert war, habe ich mir das Gerät selbst gekauft und für meinen eigenen Keller in meinem Haus ausprobiert. Das Hauptgerät steht in meinem Keller und zeigt die Lufttemperatur sowie die Feuchtigkeit von innen und dem Außengerät an:

TFA Bel Air
Das Gerät BelAir von TFA zeigt die Luftfeuchtigkeit und Temperatur innen und außen an und gibt das Ergebnis eines Lüftungsvorgangs an

Anhand des Bildes kann man nun beispielsweise folgendes erkennen. Außen ist es mit 29,9°C sehr warm mit einer moderaten relativen Luftfeuchtigkeit von 45 %. Innen ist es mit 20,7°C angenehm warm mit einer recht hohen relativen Luftfeuchtigkeit von 75%. Der Pfeil steht auf „No change“. Das heiß, dass sich die relative Luftfeuchtigkeit innen nicht erhöhen wird, wenn die Fenster geöffnet werden. Es wird aber auch nicht trockener. Was also tun? Fenster auf, Fenster zu oder?

Wenn man nicht will, dass der Raum wärmer wird, sollte man die Fenster geschlossen halten. Wenn man nichts dagegen hat, dass der Keller wärmer wird, kann man die Fenster aber auch öffnen, ohne die Befürchtung zu haben, dass es (noch) feuchter wird im Keller. Ich persönlich habe in diesem Fall die Fenster geöffnet, da ein wärmerer Keller bei gleicher absoluter Feuchtigkeit eine niedrigere relative Luftfeuchtigkeit bedeutet…

offenes Kellerfenster
Je nach Witterung ist das Kellerfenster geöffnet und geschlossen werden

Durch das konsequente Aufheizen des Kellers bei entsprechender Witterung konnte damit zumindest erreicht werden, dass die Luftfeuchtigkeit nicht noch höher ist im Keller. Wäre die Raumtemperatur niedriger, wäre die relative Luftfeuchtigkeit noch höher als sie so schon ist. Meine Empfehlung ist dementsprechend, den Keller so gut wie möglich durch konsequentes Lüften aufzuheizen aber nicht aufzufeuchten. Je wärmer der Keller ist, desto eher kann dieser im Winter trocken gelüftet werden.

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3 thoughts on “Luftfeuchtigkeit 2 – Keller”

    1. Gerne geschehen. Inzwischen noch der Hinweis, dass dicht schließende Fenster im Keller ein deutlicher Vorteil sind, um den tatsächlichen Luftaustausch zu kontrollieren. Insbesondere im Sommer verhindert man so das ungewollte Auffeuchten des Kellers.

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