Geld sparen mit dem Architekten

Warum spart ein Architekt Kosten beim Bauen?

Was ein Architekt für den Geldbeutel des Bauherrn tut

„Den Architekt hab ich mir gespart“, ist eine durchaus übliche Einstellung. Interessant ist dabei die Formulierung „gespart“. Glauben doch viele, dass durch den Verzicht auf den Architekten, sich tatsächlich Geld sparen lässt. Ist das so? Wenn dem so wäre, dann würde der Architekt etwas tun, was überflüssig ist bzw. was jemand anderes gleichwertig für weniger Geld macht…

Was tut der Architekt also? Die Architektenkammer des Saarlandes hat dazu eine eigene Internetseite veröffentlicht. Diese sicher interessanten Informationen können vielleicht insbesondere für die kleinen Bauvorhaben noch etwas anschaulicher gemacht werden. Ich versuche das anhand des Projektablaufes:

Projektbeginn :

Zu Beginn der Zusammenarbeit von Bauherr/Baufrau und Architekt/Architektin geht es unter anderem darum, Sie kennen zu lernen und Ihre Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten zu verstehen. Beim Bau des eigenen Hauses geht es um eine langfristige Entscheidung, die einen finanziell, örtlich und in der Lebensweise über einen langen Zeitraum bindet. Das sollte gut überlegt werden. Um hier Vorschläge zu machen, die Ihnen entsprechen, müssen wir Sie verstehen. Dazu sind Gespräche notwendig, in denen wir Ihre Vorstellung vom Wohnen und Leben kennen lernen. Auf dieser Grundlage wird ein Vorschlag erarbeitet, an dem man dann wieder diskutiert, ob alles berücksichtigt wurde. Oft kommen dann durch die Beschäftigung noch Aspekte beim Ihnen dazu, an die bisher noch niemand gedacht hat.

Wenn man sich diesen Prozess zu Beginn erspart, was hat man dann im Endeffekt gespart? Kann eine vorgefertigte Lösung des Fertighausanbieters oder des Bauträgers wirklich Ihrem Lebensgefühl und Wohnbedürfnis entsprechen? Wie ist das Ergebnis des Projektes, wenn diese Fragestellungen nicht (oder nur anhand vorgefertigter Schemen) erfolgen? Wenn man Geld für etwas ausgibt, das nicht zu einem passt, ist das mit Sicherheit immer die teuerste Lösung.

Bauantrag:

An diesem Punkt gibt es wenig Diskussionen. Da hierfür gesetzlich ein vorlageberechtigter Architekt gefordert wird, wird die Notwendigkeit des Architekten nicht in Frage gestellt. Irritiert reagiere ich allerdings bei der Frage, was den „ein Plan“ kostet. Dies zeigt, dass der Inhalt und die Bedeutung des Bauantrags stark unterschätzt wird. Im Bauantrag wird nicht nur Grundriss, Ansichten und Lageplan gezeichnet und ein paar Formulare ausgefüllt. Nein, hier wird vorgegeben, wie der Wärmeschutz des Gebäudes funktionieren, wie der Schallschutz gegen den Lärm von außen oder dem Nachbarn gewährt werden , wie die Entwässerung von Regen- und Schmutzwasser erfolgen soll, ob die Abstandsflächen eingehalten wurden, ob der Bebauungsplan eingehalten wird, wie die Anforderungen zum Brandschutz realisiert werden sollen etc. etc. Diese Punkte sind nur richtig zu planen, wenn vorher vernünftig entworfen worden ist. Das heißt, dass ein Bauantrag nicht unabhänig von den Phasen zuvor bearbeitet werden kann und wesentlich für die weitere Planung ist.

Ausführungsplanung, Beauftragung von Firmen, Bauüberwachung:

Ist mit dem genehmigten Bauantrag die gesetzliche Grundlage geschaffen worden, dass Sie bauen dürfen, so ist aus dem Entwurf etwas zu machen, das man bauen kann. Hierzu sind Pläne anzufertigen, die alle geometrischen Informationen beinhalten, damit das Gebäude gestalterisch und technisch so wird, wie Sie sich das wünschen. Dabei sind für die verschiedenen konstruktiven und funktionalen Anforderungen Lösungen zu erarbeiten, z. B.:

  1. Wie wird der Keller dicht? Wie hoch steht das Grundwasser? Ist mit Hochwasser zu rechnen? Welches System zur Abdichtung ist wirtschaftlich, robust, dauerhaft, sicher?
  2. Wie wird die notwendige Luftdichtigkeit des Gebäudes erreicht? Wo verläuft die Dichtigkeitsebene? Wie sind die Anschlusspunkte zu lösen?
  3. Welcher Aufbau für Wände, Decken, Böden, Dächer etc. erfüllt in wirtschaftlicher und optisch ansprechender Weise die Anforderungen an Wärmeschutz im Sommer und Winter, den Schallschutz gegen Geräusche von außen, den Wasserinstallationen, die Benutzbarkeit. Welche Alternativen gibt es, welche ökologischen Baustoffe können verwendet werden?
  4. Wie verlaufen die Leitungen von Wasser, Abwasser, Gas, Strom etc., damit der Betrieb sicher, der Bauablauf problemlos ist und keine Bauschäden entstehen.
  5. Wie stelle ich den barrierefreien Zugang sicher? Welche Aufbauhöhe braucht das barrierefreie Bad?
  6.  Welche Oberflächen passen zu den Untergründen? Welche Alternativen gibt es? Wie ist das Farbkonzept?
  7. etc. etc. etc.

Planung ist das Nachdenken über das, was werden soll und das, was dazu nötig ist, damit es gelingt. Ebenso beinhaltet Planung das Nachdenken über das, was das Ergebnis negativ beeinflussen könnte. Die Qualität dieser geistigen Leistung ist wesentlich für den Erfolg der Maßnahme. Dieses Nachdenken vor dem Bauen, die geistige Vorwegnahme des Bauprozess verhindert Probleme auf der Baustelle. Das Teuerste, was einem auf der Baustelle und beim Bauen passieren kann, sind Änderungen während der Bauphase. Je weniger davon, je seltener, am besten gar nicht, desto günstiger und sicherer das Bauen und umso erfolgreicher im Ergebnis. Ein Haus während des Bauens zu planen, wie es leider oft praktiziert wird, ist wie blind ohne Netz auf dem Seil zu tanzen. Es mag Künstler geben, die das können, die meisten fallen runter. Das dies nicht passiert und kein Geld verbrannt wird, das ist der Erfolg einer guten Ausführungsplanung.

Auf dieser Basis werden Anfragen bei allen beteiligten Gewerken gestellt. Nach Rücklauf der Angebote besteht Klarheit, wie teuer das Bauvorhaben tatsächlich wird. Manchmal entspricht die Summe der Angebote nicht dem Budget des Bauherrn. Nun besteht die Möglichkeit, durch Planungsanpassung, durch Fabrikatsänderungen die Ergebnisse entsprechend zu korrigieren, damit das Haus auch zum Bauherrnbudget passt und diesen nicht finanziell überfordert.

Wenn es klar ist, was in welcher Qualität und in welchem Ablauf gebaut werden soll, ist die Aufgabe der Bauüberwachung, dass genau dies auch auf der Baustelle passiert. Bauüberwachung ist Qualitätssicherung mit dem Ziel, dass die Qualität des Gebautem auch dem Auftrag entspricht. Sind es die richtigen Steine, der richtige Beton, der richtige Estrich? Stimmt die Ebenheiten der Wände, der Böden, sitzen die Öffnungen in der richtigen Größe an der richtigen Stelle? Und, und, und….Probleme werden rechtzeitig erkannt und sofort abgestellt, so dass man nicht am Ende dasteht und die Firma sagt: „Jetzt ist da nichts mehr zu ändern“. Der Bauherr soll schließlich bekommen, was er bezahlt.

Durch die Koordinierung der Baustelle wird der Bauablauf optimiert, so dass es zu keinen unnötigen Verzögerungen kommt und die Bauzeit eingehalten wird. Dadurch werden Doppelfinanzierungen von Wohnungen und Haus reduziert und dem Bauherrn Geld gespart.

Durch diese umfassende Qualitätssicherung im Planungs- und Bauprozess wird Zeit und damit Geld gespart und das bestmögliche Ergebnis erreicht. Dies geht nur mit dem Architekten, der lediglich dem Bauherrn verpflichtet ist. Nur dieser kann unabhängig im Interesse des Bauherrn die Prozesse kontrollieren und optimieren. Im Sinne des Bauherrn und für ihn. Und dies zum fairen Preis. Fragen Sie uns.

 

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