Mit PV das Auto tanken II

PV-Anlage; Eigenheim
Die Photovoltaikanlage für die Betankung des E-Autos zu verwenden – davon träumen viele Eigenheimbesitzer

In Teil I des Blogbeitrags untersuchten wir, wie es technisch möglich ist, mit der eigenen PV-Anlage den Energiebedarf eines eigenen Akku-Autos zu stillen, nun geht es um Ökologie und Ökonomie.

Ökologie

Betrachten wir zunächst die Ökologie des Akku-Autos, das theoretisch mit der eigenen PV-Anlage getankt wird.

Die Produktion der PV-Anlage können wir dabei außen vor lassen, denn auch die nicht heimische PV-Anlage muss produziert werden.

Die Produktion des Akku-Autos wird mit zusätzlich 5 to CO2 veranschlagt. Für den 2. Akku in der Garage, damit der heimisch produzierte Strom auch genutzt werden kann, setzt man i. d. R. 150 bis 200 kg/kWh Speicherkapazität an. Da man den Speicher maximal zu 80 % nutzen kann, kommen damit nochmals ca 6 to CO2 für den Speicher zusammen. Sowohl der Speicher als der Autoakku hält ca 10 Jahre, dann ist Schluss. Damit kann man diese 10 Jahre als Laufzeit für das Auto veranschlagen, um die CO2-Bilanz zu erstellen. Geht man von einer Nutzung von 15 000 km/a aus, so kommen in 10 Jahren 150 000 km zusammen. 11 to / 150 000 km ergeben dann 73 g/km. Vorausgesetzt, dass man tatsächlich nur den selbst hergestellten PV-Strom verwendet. Sobald man an der Steckdose hängt, kann man zwar Ökostrom bezahlen, aber jeder tankt – wie wir wissen – real den gleichen Strommix. (Ökostrom kaufen ist eine politische Entscheidung, die den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung unterstützt.)

Damit liegt das Akku-Auto in Eigenversorgung unter optimalen Bedingungen nur knapp über den aktuell besten Verbrennungsmotor-Modellen. (s. Webseite Grüne Autos).

Geldmünzen
Ökologie ist das eine, doch die meisten haben kein Geld zu verschenken

Ökonomie

Wie sieht es auf der wirtschaftlichen Seite aus?
Da sind zunächst die Kosten für die PV-Anlage. Aktuell (Stand Februar 2019) kostet die installierte Leistung von 8 kWpel sind ca 12 000 € anzusetzen. Für den zusätzlichen Speicher von 40 kWh nochmals 20 000 € (500 €/kWh) hinzu.

Das Akku-Auto selbst ist zudem auch teurer als der Verbrenner. Die Kostenunterschiede zwischen diesen beiden Typen liegen dabei zwischen 6 000 und 20 000€

Insgesamt kommen wir damit für den Betrachtungszeitraum von 10 Jahren auf finanzielle Kosten von ca 38 000 €. Dies macht bei den angenommenen 150 000 km Gesamtfahrleistung, dann Kosten von 25,3 Ct/km für’s Fahren… ohne Versicherung, Steuer etc. Das entspricht 25,30 €/100 km. Zum Vergleich die o. g. Sparautos mit ca 4 l/100 km. Diese kommen auf ca 6 bis 9 € Spritkosten pro 100 km. Doch auch übliche Verbräuche kommen nicht höher als 15 bis 18 €/100 km

Fazit

Die Idee des Selbstversorgers für ein Akku-Elektroauto mit der eigenen PV-Anlage erweist sich als technisch schwierig umsetzbar, als ökologisch ohne großen Vorteil und als finanziell sehr fragwürdig. Die bessere Lösung scheint uns da: weniger und kleinere Autos fahren, öfter das Fahrrad benutzen. Und langfristig: das Brennstoffzellen-Auto mit der Energiequelle Wasserstoff, der aus regenerativen Energien gewonnen wurde.

SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN – für Energieeffizienz, für Energiewende, ohne Scheuklappen.

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