Dachsanierung – Luftdichtigkeit

Nicht nur warm, auch luftdicht

Ein saniertes Dach muss viele technische Anforderungen erfüllen

Ziegel runter, Dämmung rein, Ziegel drauf. So stellen sich viele eine Dachsanierung vor. In den 1980er Jahren wurde das leider oft so praktiziert. Der Erfolg solcher Dämm-Maßnahmen war entsprechend bescheiden.

Wer ein Dach sanieren möchte muss einige technische (Mindest-)Anforderungen erfüllen:

winterlicher Wärmeschutz: Die Energieeinsparverordnung (EnEV)  verlangt für ein schräges Dach einen U-Wert von maximal 0,24 W/m²K (einige Ausnahmeregelungen sollen hier außen vor bleiben…). Die KfW ist sogar noch strenger und verlangt einen U-Wert von maximal von 0,14 W/m²K.

sommerlicher Wärmeschutz: Gemäß DIN 4108-2 ist der sommerliche Wärmeschutz nachzuweisen, sobald die Dachflächenfensterfläche mehr als 7% der Grundfläche überschreitet

Luftdichtigkeit: Gemäß DIN 4108-2 sind die Fugen nach dem Stand der Technik dauerhaft und luftundurchlässig abgedichtet herzustellen.

Dachsanierung Freude technische Details

Durch eine Dachsanierung gewinnt auch die Optik eines Gebäudes –
damit man lange daran Freude hat, müssen viele technische Details bedacht werden

Darüber hinaus muss das Dach natürlich regendicht sein. Neben der fachgerechten Deckung ist dafür auch eine Unterspannbahn bzw. ein Unterdach erforderlich. Auf der Außenseite ist eine entsprechende Winddichtigkeit herzustellen, damit die Dämmung auch ihre Wirkung entfalten kann. Gerade bei leichten, fasrigen Dämmstoffen besteht die Gefahr, dass der Wind durch die Dämmung hindurchbläst. Dann ist die Dämmwirkung zumindest stark eingeschränkt. Man kennt dies vom Wollpolluver im Winter. Bei Windstille ist alles prima. Sobald aber Wind aufkommt, bläst die kalte Luft durch den Pullover und man friert. Zieht man dann eine noch so dünne, windabweisende Jacke an, ist wieder alles mollig warm. Der Wind bleibt draußen und das Luftpolster der Pullovers wärmt hervorragend. Ein weiterer Punkt bei der Dachsanierung ist die Luftdichtigkeit und Dampfbremse von innen. Meist werden diese beiden Funktionen von 1 Bauteil übernommen. Es geht um 3 Aspekte:

  1. Vehinderung von Tauwasserausfall in der Dachkonstruktion infolge von Feuchtediffusion durch die Dampfbremse
  2. Verhinderung von Tauwasserausfall in der Dachkonstruktion infolge konvektiven Lufteintrag in die Konstruktion
  3. Vermeidung von Wärmeverlust durch unkontrollierten Luftaustausch

Der deutlich problematischste Punkt dabei ist der konvektive Feuchteeintrag in die Konstruktion, da über diesen Weg ungleich mehr warme, feuchte Raumluft in die Konstruktion eingetragen wird als über die Diffusion. Je nach Quelle ist dies der 100 bis 400 fache Wert gegenüber dem Diffusionsstrom. Daran sieht man, dass über entsprechende Fehler bei der Abklebung ein ungleich größeres Problem in die Konstruktion eingetragen wird als über die Diffusion. Problematisch ist dies, da die Feuchtigkeit auf dem Weg, auf dem sie eindringt, in der Regel nicht mehr ausdiffundiert, zumindest nicht schnell genug. D. h. die Feuchtigkeit „sammelt“ sich in der Konstruktion, das Holz wird feucht, die Dämmung auch, beides fängt an zu schimmeln … usw. usf.

 

Dachausbau, Innenschale OSB, Verklebung
Die luftdichte Abklebung der Innenbekleidung ist zur Vermeidung von konvektivem Feuchteeintrag entscheidend, Insbesondere die Anschlüsse an die Mauerwerkswände

 

Ein immer wieder diskutierter Punkt ist die Diffusionsoffenheit einer Konstruktion. Darunter versteht man, wie viel Feuchtigkeit durch die Konstruktion hindurch wandern kann. Je diffusionsoffener einer Konstruktion, desto leichter ist der Feuchtetransport durch die Konstruktion. Dies hat nichts mit der Luftdichtigkeit zu tun, sondern mit den verschiedenen Materialeigenschaften. Jeder weiß aus seiner Erfahrung, dass Wasser oder Wein aus einer Glasflasche nicht entweicht, auch nach Jahren nicht. Hier verdunstet so gut wie nichts, es diffundiert nichts durch die Glaswände der Flasche. Andere Materialien lassen hier wesentlich mehr hindurch. Doch wie sollte man es beim Dach halten? Prinzipiell sollte die Regel eingehalten werden, dass der Dampfdiffusionswiderstand von innen nach außen nachlässt, also innen dichter als außen. Und der zweite Grundsatz sollte sein, dass es insgesamt nicht dichter gemacht wird als unbedingt nötig. Dies hat den Hintergrund, dass evtl. eingetretene Feuchtigkeit so am besten in den Sommermonaten wieder ausdiffundieren kann.

Anhand dieser Punkte kann man sehen, dass eine erfolgreiche Dachsanierung erstmal einer guten Planung bedarf. Und anhand der Vielzahl an Anforderungen mit den unterschiedlichsten Materialien ist auch die Bauüberwachung von entscheidender Bedeutung. Gut wird ein Dach dann, wenn es gut geplant, von einer kompetenten Fachfirma ausgeführt und von einem versierten Architekten begleitet wird. Fragen Sie SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN

 

 

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