multifunktionaler sitzungssaal

Sozialverband VdK Saarland e. V. mit neuem Entreé

Komplettumbau des Eingangsbereichs ermöglicht neue Nutzungen

Vor gerade mal 12 Jahren hatte man das Erdgeschoss umgebaut, doch leider ohne langfristigen Erfolg. Bevor man die Empfangstheke überhaupt gesehen hat, stand man schon Hilfe suchend vor den Aufzügen. Die Poststelle war schlecht zugänglich. Die Abluft der Toiletten funktionierte nicht. Theoretisch hätte man einen Teilbereich für interne Sitzungen abgrenzen können. Doch der Aufwand für das Verfahren der Glaselemente war zu groß und der entstehende Platz zu klein, so dass man die internen Vorstandssitzungen immer extern abhalten musste. So reifte nach langer Leidenszeit die Gewissheit, dass ein Umbau erforderlich ist. Und diesmal wollte man nichts falsch machen und hatte klare Wünsche, was der Umbau bringen sollte:

  • genügend Platz für die vertraulichen Vorstandsitzung
  • genügend Platz für kleinere interne Schulungen
  • genügend Platz für kleinere Vorträge mit der entsprechenden hochwertigen Vortragstechnik
  • die Möglichkeit für Empfänge
  • eine Mitarbeiterlounge als Meeting Point
  • ein repräsentativer Empfang
  • Licht
  • Luft
  • gute Akustik
  • usw. usf.

Eine ganze Menge Wünsche. Das Erdgeschoss ist in der Zwischenzeit nicht größer geworden. Wie sollten diese vielen Wünsche also in ein gutes, einfaches und leicht nutzbares Konzept verwandelt werden?

Hier nun eine Auswahl an Fotos, die zeigen, wie es vor dem Umbau aussah:

Bestand Sitzungssaal
Der Bestandsgrundriss bat nicht genügend Platz, um Vorstandssitzungen abzuhalten

 

Freiraum nicht nutzbar
Die Freiflächen waren funktional nicht nutzbar – viel Raum wurde verschenkt

 

Tannenbaum, Prospektständer, Stühle, Deckensegel
Die Eingangssituation war ungeordnet und erschwerte dem Besucher die Orientierung. Der Nutzer versuchte dies durch Einbauten zu kaschieren

Der Lösungsansatz besteht aus der Erstellung wahlweise einfach zusammenschaltbarer Räume. Die Trennung dieser Räume durfte allerdings die Lichtsituation nicht verschlechtern, so dass hierfür nur eine Glastrennwand vorstellbar war. Gleichzeitig musste aber ein Minimum an Schallschutz erreicht werden, so dass die Auswahl des Glastrennwand-System umfangreiche Recherche bedurfte. Verschiedenste Glastrennwandsysteme wurden in Preis, schallschutztechnischer Qualität und Design miteinander verglichen, bevor man sich auf ein System festlegen konnte. Durch die Nutzung waren nun für die innere Trennung und den Boden harte Oberflächen notwendig. Die bestehende Fassade bestand ebenfalls zum großen Teil aus Glas und Beton. Hier für einen Vortragssaal eine angenehme Akustik herzustellen, ist eine Herausforderung. Allein mit einer schallabsorbierenden Decke ist dies nicht möglich. Durch die Auswahl von schallabsorbierenden Lamellenvorhängen und einem schweren Vorhang im hinteren Bereich konnte ein nahezu idealer akustischer Raum für Vorträge hergestellt werden. Zudem kann durch ein Verschieben der Vorhänge die Akustik noch individuell verändert werden.

Logofarbe VdK
Die Logofarben des VdK mussten beim Umbau mit berücksichtigt werden

 

Stoffe - Farbkarte - Bodenbelag Muster
Die Materialien und Farben des Umbaus wurden vorab mit den Bauherrn abgestimmt

Eine der größten gestalterischen Herausforderungen war die vorhandene Konstrukion. Das Gebäude ist ursprünglich als Bürogebäude mit Mittelgang geplant. Beidseitig des Mittelgangs liegen die Büros. So ist auch die Tragstruktur. In der Mitte des Gebäudes liegen 2 Stützenreihen mit Unterzügen. Bei einer großflächigen Nutzung einer Etage sind diese Stützen also mitten im Raum. Eine statische Überprüfung brachte sehr schnell die Ernüchterung, dass diese Stützen nicht zu ersetzen oder zu verschieben sind. Was tun? Durch geschickte Grundrissanordnung konnte man das Problem auf eine (!) störende Stütze reduzieren. Den mitten durch den Raum laufende Unterzug hatte man damit leider immer noch. Normalerweise hängt man dann die Decke ab, so dass man den Unterzug nicht mehr sieht. Diesen Weg wollten wir aber hier nicht gehen, da die verbleibende Raumhöhe dann in Bezug auf die Grundfläche zu gering gewesen wäre und der Raum „drückend“ gewirkt hätte. Also? Wir haben ein neues starkes Designelement erzeugt, das das Auge weg vom Unterzug zur neuen Raumgeometrie führt. Ein Lichtband entlang der Außenkante des neuen Raumes bildet eine Klammer und dominiert den Raumeindruck, so dass die „falsche Bestandskonstruktion“ hierzu in den Hintergrund tritt. Wer es nicht weiß, nimmt den Widerspruch von Raumgeometrie und Konstruktion nicht wahr.

Nach diesen umfangreichen gestalterischen und technischen Vorüberlegungen mussten – wie bei fast jedem Umbau – noch viele Detailfragen und Überraschungen geklärt werden. Tauchte plötzlich doch z. B. eine Treppe im Boden auf, die nur mit Bohlen verschlossen war, von der niemand mehr etwas gewußt hatte… und noch andere Kleinigkeiten. So erwachte während der Planungsphase noch die Erkenntnis, dass eine Lüftungsanlage für einen Vortrags- und Sitzungssaal eine gute Sache wäre. Diese wurde dann planerisch und geometrisch noch in den Entwurf integriert und stellt durchaus größere Herausforderungen. Insbesondere die Frage, wo denn das eigentliche Lüftungsgerät zu platzieren ist, bereitete die ein oder andere schlaflose Nacht. Kurz und gut: Alles wurde gemeistert und die hohen gestalterischen Anforderungen trotzdem erhalten. Das Ergebnis ist funktional und optisch überzeugend. Der Bauherr ist zufrieden. Und das ist das Wichtigste.

Eingang VdK, Logo, Orientierung
Die neue Eingangsituation bietet klare Orientierung mit einer deutlichen Präsentation des Verbandes

Das Ergebnis des Umbaus kann man auch auf der Projektseite unseres Internetauftritts begutachten.

SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN – wenn’s gut werden soll.

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