Algen und Pilze auf Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)

Algen auf der Fassade
veralgtes Wärmedämmverbundsystem

 

Kaum gedämmt, schon veralgt?! Nicht wenige gedämmte Fassaden weisen nach kurzer Zeit veralgte Oberflächen auf. Dies ist in erster Linie ein optischer Mangel, da – zum Glück – dies keine Auswirkung auf die Konstruktion hat. Auch die Funktion des Putzes wird hierdurch nicht beeinträchtigt. Also alles gut? Einfach akzeptieren und „Schwamm“ drüber? Diese Gelassenheit dürften die wenigsten Menschen haben und aus Sicht des Architekten ist dies mehr als unbefriedigend. Wenn wir ein „grünes“ Gebäude haben wollten, dann würden wir dies auch so planen.

Wenn man die Lösung für ein offensichtlich immer stärker werdendes Problem haben möchte, dann muss man nach den Ursachen fragen. Warum tritt die Veralgung bei gedämmten Fassaden verstärkt auf? Die Literatur hat sich inzwischen vielfach damit beschäftigt:

  • der saure Regen hat nachgelassen. Früher war aufgrund der hohen Luftverschmutzung der Regen sauer. Diese Säure hat den Algen und Pilzen auf der Fassade so stark zugesetzt, dass diese nicht oder nur sehr langsam wachsen konnten.
  • durch die Dämmung sinkt die Oberflächentemperatur der Außenfassade. Je geringer die Oberflächentemperatur, desto geringer die Austrocknung infolge von Diffusionsvorgängen. Die Oberflächen bleiben länger nass
  • Durch die dünnen Putze der Wärmedämmverbundsysteme sinkt die Wärmespeicherkapazität der Fassade. Insbesondere durch Strahlungsprozesse der Fassaden zum kalten, klaren Nachthimmel wird den Fassaden sehr viel Energie entzogen. Wenn hier aber nur wenig Energie vorhanden ist, so sinkt die Oberflächentemperatur unter die Lufttemperatur. Die Folge: die Nachtluft kondensiert am kalten Putz. Wasser fällt aus, der Nährboden für Algen und Pilze
  • Wassertropfen auf den Putzen: Kunststoffputze, eventuell noch mit „Lotusfarbe“ gestrichen, sind Wasser abweisend. Die Folge: Das Wasser bleibt wie beim frisch gewachsten Auto tropfenförmig auf der Oberfläche stehen. Diese Tropfen trocknen viel, viel langsamer ab als wenn das Wasser flächig und spannungslos auf dem Putz wäre. Noch besser wäre gar kein Wasser auf dem Putz…
  • Algen und Pilze wachsen besonders gern in der Nähe von Bäumen und Sträuchern vor der Fassade

Was kann man also tun?

Gift beimischen in Putz und Farbe? Funktioniert zweifellos ein paar Jahre. Aber das Gift wird mit der Zeit ausgewaschen und sickert ins Grundwasser. Will man das? Aus meiner Sicht kann das nicht die Lösung sein.

Auf’s Dämmen verzichten, damit wir wieder höhere Oberflächentemperaturen haben? Oder die Fassaden in kalten Nächten beheizen? Dies läuft völlig allen Bestrebungen zur Einsparung von Energie entgegen. Zudem muss man feststellen, dass hoch wärmegedämmte Fassaden, die hinterlüftet sind, offensichtlich keine bzw. sehr geringe Probleme mit Algen- und Schimmelbildung haben. Die Wärmedämmung ist es also nicht, sondern die übermäßige Auskühlung. Gegen diese übermäßige Auskühlung kann man z. B. die Putzschicht deutlich verstärken. Warum muss man ein WDVS mit lediglich 6 mm Putz versehen? Das können auch wie früher 2 bis 3 cm sein. Das reicht, um der Auskühlung durch Strahlung genug Masse entgegenzusetzen. Oder man geht vom WDVS-System weg und hinterlüftet den Witterungsschutz. Durch die Hinterlüftung wird dem Witterungsschutz so viel Wärme durch die Nachtluft immer wieder zugeführt, dass die Abkühlung weitgehend vermieden wird.

Was tun gegen die Feuchtigkeit auf der Oberfläche? Trockenföhnen? Auch dies ist keine besonders energiesparende Lösung, sofern man es nicht der Natur überlässt (s. hinterlüftete Fassade). Aber man kann trotzdem etwas tun. Man nimmt einen Putz, der die entstehende Feuchtigkeit aufsaugt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgibt. Dadurch ist an der Oberfläche kein Wasser und damit kein Nährboden für Pilze und Algen.

So schwer ist es also eigentlich nicht, aber die Fachwelt hat lange gebraucht, die Zusammenhänge zu verstehen. Viele Architekten verstehen die Wirkmechanismen heute noch nicht und die Industrie… die verkauft weiter Kunststoffputze mit Lotusfarben und Gift…. das sichert den Umsatz für die Sanierung in 5 bis 10 Jahren …

Aber energetische Sanierung kann man auch richtig machen. Dafür gibt es uns. Weitere Infos auf

Homepage SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.