Privates Potential gegen die Klimaerwärmung

Private Haushalte und die Erderwärmung

Die Folgen der Klimaänderung sind spürbar – was können die privaten Haushalte dagegen tun?

In den letzten Tagen wurde in der Saarbrücker Zeitung vermehrt das Thema Klimaerwärmung aufgegriffen. Die Folgen für’s Saarland sind zunehmende Trockenheit und mehr sehr heiße Tage über 30°C im Sommer. Richtige Winter nehmen in dieser Region dann eine noch größere Ausnahmestellung ein als schon bisher.

Hitze, Trockenheit, Klimawandel, wärmstes Jahr
Den Klimawandel zu leugnen wird immer schwerer

Doch auch für die Welt bestätigt sich der Trend der letzten Jahre, dass die globale Durchschnittstemperatur zunimmt. Bereits dieses Jahr wird global die Temperatur mehr als  1°C über dem Stand zu Beginn der Klimamessung um 1890 liegen. Das ist ein neuer Höchststand. Vor diesem Hintergrund wirkt die euphorische Mitteilung von BP, dass wir noch genügend Öl haben, um mindestens 40 Jahre so weiterzumachen doch etwas seltsam…

Zeitungsartikel - Ölreserve bis 2050 - Temperaturanstieg über 1 Kelvin
Hurra, wir haben genügend Öl, um den Temperaturanstieg der Erde weiter zu beschleunigen!

Dass die aktuellen Daten nur die Fortsetzung eines bekannten Phänomens sind,  zeigt nachfolgende Graphik:

Infografik: Global Warming | Wahington Post
durchschnittliche Jahrestemperaturen auf der Erde – es wird wärmer… Quelle: Washington Post

Und für Deutschland zeigt sich, dass 5 der 10 wärmsten Jahre überhaupt in den letzten 10 Jahren liegen. 2015 wird diesen Trend bestätigen.

Infografik: Die wärmsten Jahre in Deutschland | Statista

OK. Aber was hat das mit unseren Häusern zu tun?

Folgende Angaben können auf der Seite des Bundesumweltministeriums nachgelesen und nachvollzogen werden:

Im Jahr 2012 wurden 775 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent in die Luft geblasen. Diese verteilen sich wie folgt:

  • Haushalte 12,1%  (= 93,5 Mio to CO2)
  • Industrie 14.8 %
  • Gewerbe: 5,9 %
  • Verkehr: 20% (= 155 Mio to)
  • Energiewirtschaft 47,1 % (= 365 Mio to)
    • davon Stromerzeugung: 40,4%

Das sieht aber jetzt gar nichr so aus, als ob der private Haushalt viel einsparen könnte. Das meiste entfällt doch auf die Energiewirtschaft, oder? Das stimmt, allerdings muss man wissen, was darunter zu verstehen ist. Energiewirtschaft sind die CO2-Emissionen, welche für die öffentliche Strom- und Wärmeerzeugung, Raffinerien und Herstellung von Festbrennstoffen anfallen. Der Anteil der Stromerzeugung beträgt dabei 40,4%. Diese 40,4% Co2-Emissionen entsprechen im Jahr 2012 einem Stromverbrauch von 607 Terrawattstunden [TWh]. Davon wiederum entfallen auf die privaten Haushalte 22,5%. Berücksichtigt man dies, so steigt der Anteil der CO2-Emissionen durch Haushalte um 9,1% auf  21,2%.

Bleibt der Verkehr. An privaten Autofahrten im Jahr 2012 fielen  ca. 350 Mrd km (Umrechnung aus einer Statistik von statista.de) an. Gehen wir von positiv angesetzten 6,5 Litern Benzin/100 km im Schnitt aus, so sind das pro gefahrenen Kilometer ca 154 g. Damit ergeben sich folgende CO2-Ausstöße für die privaten Haushalte:

private Autofahrten: 54 Mio to CO2

privater Stromverbrauch: 70,5 Mio to CO2

private Haushalte (Heizung, Warmwasser…): 93,5 Mio to CO2

Summe privat verursachter CO2-Ausstoß im Jahr 2012: 218 Mio to CO2

Das heißt, dass private Haushalte für ca. 28 % des gesamten CO2-Ausstoß Deutschlands verantwortlich sind. Doch wie können private Haushalte den CO2-Ausstoß reduzieren?

Das Schwierigste in der Umsetzung scheint mir das private Autofahren zu sein. Leider hat die jüngste Vergangenheit gezeigt, dass die Versprechungen der Autoindustrie hier nicht immer glaubwürdig sind. In der Konsequenz heißt CO2-Einsparungen hier: Weniger privat Auto fahren, Fahrgemeinschaften bilden, Car-Sharing, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, Fahrrad fahren, zu Fuß gehen…. Vielleicht hilft folgendes als positive Motivation: Jeder nicht gefahrene Kilometer sind eine Einsparung von  ca. 150 g CO2. (Auf Grundlage des Strommix 2012 [586 g CO2/kWh] würde das Elektroauto bei ca 20 kWh/100 km den Ausstoß immerhin auf 117 g/km reduzieren.)

Im Strombereich ist ebenfalls ein großes Einsparpotential. Auf der Seite des Stromspiegels kann man die durchschnittlichen Verbräuche in Deutschland nachlesen.

Infografik: Stromverbräuche in Deutschland | Stromspiegel Die Stromverbräuche in Deutschland

Eine Verbesserung des aktuellen Strom-Verbrauch-Mittelwertes auf den Wert von „Niedrig“ wäre dabei eine Verbesserung von über 30%. Das entspräche einer CO2-Einsparung von ca 21 Mio to CO2. Die Befürchtung des Komfortverlusts ist in den meisten Fällen unbegründet. Oft gibt es im Haushalt Verbraucher ohne wirklichen Nutzen, die ohne Komforverlust abgstellt weden können. Als Energieberater können wir hohe Verbraucher in Ihrem Haushalt ermitteln und darüber hinaus auch dazu beraten, welcher Stromanbieter für Sie der günstigste ist.

Das größte Potential steckt aber in der Gebäudesanierung. Gemäß des Zensus 2011 sind 75 % der Wohn-Gebäude in Deutschland vor 1990 gebaut worden. (Eigentlich müsste man die Trennung 1995 machen, da erst mit der Wärmeschutzverordnung 1995 ein nennenswerter Wärmeschutz gesetzlich verankert wurde.) Wohngebäude, die danach gebaut wurden, tragen nicht in deutlich geringerem Maße zu den Energieverbräuchen bei, so dass man als Näherung davon ausgehen kann, dass ca. 90 % des CO2-Ausstoß der Wohngebäude auf Gebäude mit Baujahr vor 1995 entfällt. Bei diesen Gebäuden ist ohne größere technische Herausforderung ein Einsparpotential von im Schnitt 50 % realistisch. (Allein der Ersatz einer überalterten Heizung durch eine Brennwertheizung mit hydraulischem Abgleich bringt Einsparungen bis 25 %). Damit könnte der CO2-Ausstoß um 46 Mio to im Jahr gesenkt werden. Ehrgeiziger wäre es, den Gebäudebestand um 75 % zu verbessern….

Die Zusammenstellung zeigt, dass allein mit der Gebäudesanierung und den Einsparpotentialen im privaten Stromverbrauch die notwendige CO2-Reduzierung nicht zu schaffen ist. Aber die Potentiale sind da. Das Schöne daran ist, dass man in diesen Bereichen nicht von politischen Vorgaben abhängig ist. Jeder kann hier selbst tätig werden und muss auf niemanden warten. Im Gebäude- und Strombereich können SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN dabei hilfreich zur Hand gehen, damit aus der guten Absicht auch ein gutes Ergebnis wird – für Sie, für die Umwelt, für alle.

 

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