zum Lüften zu feucht?

Bei Nebel lüften? Bringt das was?

Die Angst vor Feuchteeintrag in die Wohnung durch das Lüften  ist meist unbegründet

Bei dem Wetter lüften, das bringt doch nichts!“ Draußen ist es kalt, der Nebel hängt in der Straße, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 100%. Kann man bei solchem Wetter lüften und holt man sich dabei nicht die Feuchtigkeit ins Haus? Es kommt darauf an…

Die relative Luftfeuchte heißt relativ, weil sie von der Temperatur der Luft abhängig ist. Das heißt, dass sich mit der Temperatur der Luft die Eigenschaft der Luft zur Feuchteaufnahme verändert. 20 °C warme Luft kann maximal 17.31 g/m³ Feuchtigkeit speichern, während 0°C warme Luft nur maximal 4,85 g/m³ aufnehmen kann. Diese absoluten Feuchtigkeitswerte werden uns aber von handelsüblichen Feuchtemessern nicht angezeigt, sondern nur die „relative Feuchte“. Diese gibt an wieviel Feuchte momentan in der Luft ist im Vergleich zur maximalen Speicherfähigkeit der Luft bei der gerade vorhandenen Temperatur. Wie viel Gramm Wasser tatsächlich in der Luft ist, weiß man deswegen noch lange nicht. 50% von 17 g ist deutlich mehr als 50% von 8 g. Also hilft die Angabe der relativen Luftfeuchte wenig bei der Frage: „Kann ich jetzt lüften oder nicht?“

Will man wissen, ob es durch das Lüften in der Wohnung feuchter wird oder nicht, braucht man den absoluten Feuchtegehalt der Luft. Dieser ändert sich nämlich nicht, ob ich die Luft nun aufheize oder abkühle. Wenn in einem Kubikmeter Luft 10g Feuchtigkeit gespeichert sind, dann sind diese 1o g auch dann da, wenn ich die Luft aufheize. Das einzige, was sich ändert, ist die Feuchtespeicherfähigkeit der Luft mit zunehmender Temperatur und damit dann in der Folge die relative Luftfeuchtigkeit: Diese sinkt, wenn man Luft erwärmt.

In nachfolgender Tabelle habe ich mal aufgezeigt, was das konkret für das Lüften bedeutet. Das Lüften ist entscheidend für die Vermeidung von Schimmelbildung, bezieht sich also für den Wohnraum im wesentlichen auf die kältere Jahreszeit. Deswegen wurden in nachfolgender Tabelle Lufttemperaturen von > 20°C nicht berücksichtigt. Als Zielwert für einen Wohnraum mit üblicher Nutzung geht die DIN 4108 von 20°C und 50% relativer Feuchte aus. D. h. durch das Lüften sollte man diesen Zielwert auf jeden Fall nicht überschreiten, wenn man lüftet. Daraus ergibt sich nachfolgende Tabelle:

Lüftungluftfeuchten
maximale Außenluftfeuchten zum Lüften; (c) SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN

Lesehilfe für die Tabelle:

Links sind die Temperaturen in ganzen Gradzahlen angegeben. Oben sind die Temperaturen in 1/10 Grad angebeben. Um nun die zulässige Luftfeuchte bei einer Außentemperatur von 15.8°C zu ermitteln geht man zuerst in die Zeile von 15°C und dann rutscht man so lange nach rechts, bis man in die Spalte 0,8 kommt. Die ermittelte maximal zulassige, relative Luftfeuchte ist 65,1%. D. h., solange die relative Luftfeuchte bei 15,8°C Außentemperatur unter 65,1 % liegt, lüfte ich mir keine Feuchtigkeit ins Haus. Nach dem Aufheizen der Luft auf die Wohnraumtemperatur von 20°C erhält man eine relative Luftfeuchte von maximal 50%.

Anhand der Tabelle kann man erkennen, dass die relative Luftfeuchtigkeit bei 100 % liegen kann, sobald die Außentemperatur unter 9,3°C liegt. D. h., ob es regnet, schneit oder Nebel hat, sobald die Außenlufttemperatur unter 9,3 °C liegt, kann man immer lüften. Durch das Lüften bei diesen tiefen Außentemperaturen wird die Feuchtigkeit im Innenraum nicht über das angepeilte Normmaß erhöht.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Wenn es draußen warm ist, kann die Luftfeuchtigkeit auch mal über 50% liegen, ohne dass dadurch ein Schimmelschaden entsteht…. Diesen Zusammenhang erkläre ich in einem anderen Blogbeitrag…

Wir hoffen mit diesem Blogbeitrag etwas Licht ins Dunkel bei der Frage des „richtigen Lüftens“ gebracht zu haben. SCHNEEWEISS ARCHITEKTEN – Ihr kompetenter Ansprechpartner bei allen Fragen rund ums Wohnen und Bauen.

 

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